
Laboer Hafengeburtstag lockte auch mit besonderen Spektakeln
Laboe – Boots- und Schiffs-Enthusiasten dürften am Wochenende beim 98. Laboer Hafengeburtstag ihre helle Freude gehabt haben: Boote und Schiffe an jeder Ecke, in allen Größen und Farben, zu Wasser und an Land waren an den drei Festtagen zu bestaunen. Der Verein Ole Schippn Laboe, die Crew vom Seenotkreuzer „Berlin“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) und der Laboer Regatta Verein haben mit der Ausrichtung der maritimen Geburtstagsfeier wieder ganze Arbeit geleistet. Vor allem Petrus hatten die Laboer auf ihrer Seite. Statt mit praller Sonne das Schlendern über die bunte Hafenmeile mit ihren zahlreichen Ständen zur Tortur werden zu lassen, sorgte er für einen bedeckten Himmel und eine angenehm milde Lufttemperatur. Den Kehlen der Sänger von der Lütjenburger Liedertafel von 1841 dürfte das nur gut getan haben, als sie am Sonnabend zur Mittagsstunde vor dem dänischen Küstenmotorschiff „Samka“ aus Marstal (Aerö) einige Seemannslieder zum Besten gaben. Zeichen der lockeren Atmosphäre rund um den Hafen war, dass sich einfach so ein „Pirat“ an die Seite des Dirigenten stellte und in ein Shanty-Potpourri mit einstimmte. Einige Stunden später steht Kalli Fleischfresser am selben Ort und will lauthals die Menschen unter Deck der „Samka“ locken. Dort haben er, Wolfgang Bratumyl und Reinhold Hahn im Auftrag von Ole Schippn eine kleine, aber feine Ausstellung über 150 Jahre motorisierte Schifffahrt auf der Kieler Förde zusammengestellt. Im Mittelpunkt stehen dabei die Papiermodelle der Förde-Schiffe von damals bis heute, die Reinhold Hahn in filigraner Handarbeit gebaut hat. Am westlichen Teil des Hafens, nahe der Hafenstraße, tritt die Interessengemeinschaft Modellbau für DGzRSEinheiten mit ihren Booten in Aktion. In einem kleinen Bassin lassen sie ihre Modelle ferngesteuert kreisen, wobei sie besonders die Jüngeren in Staunen versetzen. Die großen, „echten“ Wasserfahrzeuge standen natürlich nicht minder im Interesse der Besucher: etwa beim „Open Ship“, bei den Rettungseinsätzen, die auf der Förde demonstriert wurden, und am Sonnabend spätabends bei der Wasser-Orgel-Schau des Kreuzers „Berlin“. Am Minenjagdboot „Passau“ veranstaltete die Marinekameradschaft Laboe am Sonntag schließlich mit einer Äquatortaufe ein besonderes Spektakel. Eine Reihe junger „Seeleute“ musste sich einiges gefallen lassen: von der fiesen Medizin beim Bordarzt bis zur kräftigen Schaumbehandlung beim Barbier. Das Vergnügen hatte zweifellos das Publikum, aber nach einer Dusche im Windsack wirkte das Lachen der Täuflinge schon wieder etwas weniger gequält… jac
Umgestaltungsideen am KN-Mobil in Laboe erörtert
Von Andreas Jacobs
Laboe – Geburtstagtalk am KN-Mobil: Wie wird es 2011 rund um den kommunalen Laboer Hafen aussehen, wenn dieser 100 Jahre alt wird? Ortspolitiker, KN-Redaktionsmitglieder und Bürger kamen anlässlich des 98. Hafengeburtstags darüber ins Gespräch. Keine Frage: In Laboe ist etwas in Bewegung geraten. Leitbilddiskussion und Workshop unter Bürgerbeteiligung haben das Ostseebad auf Kurs Zukunft gesetzt. Darüber waren sich Bürgermeisterin Karin Nickenig (CDU), Jochen Nazareth (Laboer Wählergemeinschaft) und Werkausschussvorsitzender Horst Etmanski (CDU) im Gespräch mit der Redaktionsleiterin der Ostholsteiner Zeitung, Marion Neumann-Neurode, und Redakteur Andreas Jacobs einig. Mit zu erwartenden Zuschüssen hoffen die Laboer nun eine Menge zu erreichen. „Bislang waren wir nicht Teil der Förderkulisse, da wir Ostufer waren. Jetzt gehören wir der Aktiv-Region Ostseeküste an“, freute sich die Bürgermeisterin. Nazareth ist zuversichtlich, dass mit den Zuschüssen auch aus dem Zukunftsprogramm Wirtschaftdes Landes die Umgestaltung der Hafenpromenade zum 100. Geburtstag in zwei Jahren weit vorangeschritten sein wird. Er warnte aber auch davor, zu viel auf einmal zu wollen. „Das Gebiet vom Hafen bis zur Lesehalle reicht erst mal. Das heißt nicht, dass wir das Stück bis zum Ehrenmal vernachlässigen, aber wir dürfen uns auch nicht verzetteln“, sagte er. Auf jeden Fall steht für ihn fest: „Man wird Laboe nicht wiedererkennen können.“ Die Bürgermeisterin richtete den Blick auf weitere Umgestaltungsideen. Die Strandpromenade als Erlebnispromenade mit einer „Wasserphänomenta“ und „Sichtachsen und Plateaus statt Mauern und Zäune“ waren dabei die Stichworte. Zur Sprache kamen auch die Themen Verkehrslenkung und Parkplatzsituation. Dem LWG-Fraktionsvorsitzenden liegt die Problematik besonders am Herzen, wie er selbst sagte. „Wir haben in der Vergangenheit zu viel selbst gelöst. Wir brauchen jetzt aber ein Gesamtkonzept für die Verkehrsführung. Das kann nur ein Verkehrsplaner leisten.“ Eine Meinung, der sich Horst Etmanski nicht anschließen wollte. „Was ist hier schon groß an Verkehr?“, fragte er in die Runde und erklärte, man könne selbst eine Lösung aus der Leitbilddiskussion heraus entwickeln. Der Werkausschussvorsitzende wandte sich überhaupt gegen übermäßige Modernisierungsbestrebungen in Laboe. Für ihn ist der „altertümliche Charakter“ des Ostseebads durchaus auch erhaltenswert. „Man braucht auch Ecken, wo man sich verkriechen kann, wo es heimelig ist und man sich wohlfühlt – wie in einer guten Stube.“ Einig waren sich alle Gäste der KN-Mobil-Runde am Ende, dass sich Laboe als Touristen-Ort weiterhin an Familien mit Kindern und die so genannten Best-Ager richten soll. Mit einer Ergänzung von Jochen Nazareth: „Wir müssen auch für die Einwohner etwas tun.“