In den Häfen Laboe und Lippe war die Ausrüstung zu bestaunen
Laboe/Behrensdorf– Der letzte Sonntag im Juli ist traditionell für die Seenotretter reserviert. In 30 Häfen zwischen Borkum und Kühlungsborn öffnen die Frauen und Männer der Deutschen Gesellschaft für Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) die Decks ihrer seetüchtigen Arbeitsgeräte – natürlich auch in Laboe und Hohwacht.
Etwa 4000 Besucher informierten sich in Laboe über die Arbeit der Rettungsorganisation und verfolgten Demonstrationen wie das Bergen eines Verletzten auf hoher See. Mit einem Marinehubschrauber und dem in dem Ostseebad stationierten Seenotrettungskreuzer „Berlin“ wurde demonstriert, wie eine Person (in diesem Fall „nur“ eine Puppe) von Bord eines Schiffes mit einem langen Seil in den Helikopter gezogen wird. „In Laboe haben wir eine Station mit den meisten Einsätzen“, erklärte Jan Kruse, Vormann des ebenfalls in Laboe stationierten kleinen Bruders der Berlin, des Seenotrettungsbootes „Bottsand“. Grund dafür: das hohe Sportbootaufkommen und der starke Schiffsverkehr. „Wir haben hier eine der meist befahrenen Seestraßen der Welt“, so Kruse.
Ebenfalls viele Besucher waren der Einladung in den Hafen Lippe (zwischen Behrensdorf und Hohwacht) gefolgt. Dort stellte das Team sein Seenotrettungsboot „Helmut Manthey“ vor.
Ausflüge mit dem High-Tech-Boot
Im Angebot waren kleinere Spritztouren mit dem High-Tech-Boot. Doch nicht nur über gute Resonanz konnten sich die Helfer in der Not freuen, sondern auch über eine anvisierte Privatspende von 600 Euro. Zusammengekommen war diese Summe beim 30. Geburtstag von Stefanie Treczokat aus Behrensdorf, die sich Spenden statt Blumen und Geschenke gewünscht hatte.
Die seit 1973 im Hafen Lippe existierende Station hat den Vorteil, dass sie von Hafenmeister Manfred Lau geleitet wird, der in der Regel immer vor Ort ist. „Wenn ein entsprechender Funkspruch oder ein Anruf kommt, gelingt es mir meist sehr schnell, wenigstens zwei weitere Mitstreiter loszueisen – alle machen das ja ehrenamtlich neben ihrem Beruf – damit wir rausfahren können. Länger als 15 Minuten hat das bislang nie gedauert“, sagt Manfred Lau und ist froh, dass er noch nie eine Situation erlebt hat, bei der die Hilfe zu spät gekommen ist. Zu zwischen 15 und 25 Einsätzen fahren die Seenotretter in der Hauptsaison vom Hafen Lippe aus auf die Ostsee. nsc/ago