Freitag, 27. August 2010Ein neuer Weg zur Problemlösung
Architekt legt Konzept für Umgehung der Brücke am Munitionsdepot vor Heikendorf/Laboe. Es ist schon fast ein Ritual: Jedes Jahr aufs Neue kommt die ebenerdige Umgehung des Fördewanderweges auf die Tagesordnung. Bisher ohne Erfolg. Aber: Ein neuer Vorstoß hat das Zeug dazu, das Problem endgültig zu lösen. Davon ist jedenfalls der Vater der Idee, Rolf Schumacher aus Heikendorf, überzeugt. Von Norbert Zimmer Rolf Schumacher, 78, kennt die Situation der Brücke auf Höhe des Munitionsdepots sehr gut. Als Pensionär hat er viel Zeit und hat sich in den vergangenen Wochen ausgiebig mit dem Problem befasst, wie sich die Brücke im Sinne von Menschen mit Gehbehinderungen oder Müttern mit Kinderwagen umgehen/umfahren lässt. Das Besondere: Rolf Schumacher ist Architekt und Maurermeister und insofern vom Fach. 20 Jahre lang hat er in Bremen ein Baugeschäft geführt, Bauten geplant und Baustellen betreut. Herausgekommen ist ein Konzept, das die Brücke stehen lässt, den Wanderweg direkt an der Brücke vorführt und diesen zur Seite lediglich mit einem neuen Zaun zum Depot hin absichert. In Zeiten, in denen die Depottore offen sind, aber keine Munition transportiert wird, wäre die Brücke weiterhin geöffnet. Während der übrigen Zeiten könnten alle Passanten – ob behindert oder nicht – den Weg nutzen. Unberührt davon bleiben natürlich jene Zeiten für Munitionstransporte, in denen der Wanderweg aus Sicherheitsgründen für alle gesperrt bleibt. Rolf Schumacher hat auf Grundlage seiner eigenen Massenberechnungen eine Ausschreibung vorgenommen. Mit dem verblüffenden Ergebnis, dass die Baukosten gerade mal 26 000 Euro für Erdarbeiten und Zäune betragen. Und für Wachdienstleistungen während der Bauzeit kämen noch einmal rund 5000 Euro hinzu. Im Gegensatz dazu hatte die Landesbauverwaltung bisher Baukosten von 107 000 Euro errechnet. Außerdem waren in den Kostenrechnungen der Behörden bisher immer 54 000 Euro für zusätzliche Sicherheitstechnik kalkuliert worden. Schumacher: „Bei meinem Konzept kann auf zusätzliche Technik verzichtet werden. Die vorhandene Videokamera reicht aus.“ Zur guten Nachricht von Rolf Schumacher gesellt sich eine zweite gute Nachricht aus Preetz: Wolfgang Schneider, Vorsitzender des Sozialverbandes im Kreis Plön, hat auf das neue Konzept mit der Aussage reagiert, dass sein Verband im Sinne der älteren und gehbehinderten Menschen die Finanzierung mit Verbandsmitteln und Spenden sicherstellen würde. Im nächsten Schritt sind jetzt die Behörden am Zug: Die Gemeinden Heikendorf und Laboe, die Wehrbereichsverwaltung Nord und das Verteidigungsministerium. Angeschrieben hat Rolf Schumacher aber nicht nur den Verteidigungsminister sondern auch Ministerpräsident Peter Harry Carstensen – mit der Bitte um Unterstützung.
Freitag, 27. August 2010Besonders geeignet dank "Steppke"
Seenotrettungskreuzer „Berlin“ wird in diesem Jahr 25 Jahre alt – 100 Einsätze pro Jahr Laboe. Kein anderes Schiff im Laboer Hafen ist wohl so markant wie der Seenotrettungskreuzer „Berlin“. Das Schiff ist das erste der 27-Meter-Klasse und zählt zu den ältesten der Flotte der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Es feiert in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag, 30 Jahre beträgt in etwa die Betriebsdauer dieser Schiffe. Bei einer Tasse Kaffee erzählt der erste Vormann Michael Müller aus dem Alltag der Seenotretter an Bord. Von Astrid Schmidt Wie viele Seenotkreuzer und Rettungsboote fahren eigentlich auf Ostund Nordsee? Zwischen Borkum und Ueckermünde sind 61 Seenotkreuzer und Rettungsboote im Einsatz. 186 fest angestellte und rund 800 ehrenamtlich tätige Seenotretter arbeiten auf 54 Stationen auf den Inseln und entlang der Küsten. Wann kam die „Berlin“ nach Laboe? Die „Berlin“ wurde 1985 in Dienst gestellt und löste als neues Schiff die Theodor Heuss am Standort Laboe ab. Damals begann ein neuer Abschnitt in der Geschichte der Station Laboe der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Das Schiff hatte damals die leistungsfähigste Feuerlöschanlage im Einsatzbereich der gesamten DGzRS-Flotte, Innenminister Karl-Eduard Clausen nahm sie in Betrieb. Weshalb wählte man gerade Laboe aus? Die Entscheidung der Seenotleitung in Bremen für die Stationierung fiel vor allem aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens auf der Kieler Förde. Und dafür ist die „Berlin“ besonders geeignet? Ja, und zwar durch das Tochterbootsystem. Mit unserem Boot „Steppke“, das auf See ausgesetzt werden kann, können wir vor allem dicht an Segelboote in einer Notlage heranfahren. Wie viele Einsätze fallen im Jahr an? Im Schnitt sind das so um die 100 Einsätze, fünf bis zehn Prozent davon sind medizinische Fälle. Gerade erst haben wir ein fünfjähriges Mädchen mit Beinbruch von der Stena-Line geholt und an Land dem Rettungsdienst übergeben. Hauptsächlich sind unsere Einsätze Hilfeleistungen für die Wassersportler. Da fällt bei Sturm einem Segler der Motor aus oder es brennt auf einer Fähre. Auch das Suchen vermisster Personen gehört zu unseren Aufgaben. Wie rüsten Sie sich für solche Einsätze? Zwei- bis dreimal wöchentlich üben wir gemeinsam mit dem Marine-Flieger-Geschwader, auch mit der Wasserschutzpolizei und der Feuerwehr sind wir eng verbunden. Was wünschen Sie sich? Dass unser Schiff uns noch so lange wie möglich erhalten bleibt.
Donnerstag, 26. August 2010Große Gemeinschaft unter dem Kirchendach
Anker-Gottes-Gemeinde Laboe feiert ihr 100-jähriges Bestehen Laboe. Die Anker-Gottes-Kirchengemeinde in Laboe wird in diesem Jahr 100 Jahre alt. Das ist für eine Kirchengemeinde ein vergleichsweise jugendliches Alter. Dennoch wird mit gemeinschaftlichen Aktionen und einem festlichen Gottesdienst am letzten Oktober-Wochenende das Jubiläum gebührend gefeiert. Eigentlich gehörte die kleine Gemeinde Laboe zum Kirchspiel Probsteierhagen. Erst als durch den Hafen und die einsetzende touristische Entwicklung ein Ungleichgewicht zwischen der Muttergemeinde und dem kleinen Fischerdorf entstand, fiel die Entscheidung für die Eigenständigkeit. Doch man wollte die Kirche bewusst klein halten, zog einen engen Ring um das Dorf, so dass keine anderen Orte angeschlossen wurden. 1890 wurde der Friedhof eingerichtet. Und auf der grünen Wiese, dem Gelände des Bauern Göing, entstand das kleine Gotteshaus, in dem Pastorat und Kirche miteinander verbunden waren. Doch einer endgültigen Fertigstellung machte der Erste Weltkrieg einen Strich durch die Rechnung. Ende der 20er Jahre wurde die kleine Kirche noch einmal aufgehübscht. „Der Wunsch nach einer eigenen neuen Kirche hat die Gemeinde immer begleitet“, erzählt Pastor Friedemann Noffke. 1972 war es soweit, die Anker-Gottes-Kirche wurde neben dem alten Gebäude errichtet. „Der Bischof mokierte sich allerdings über den Namen“, verrät Pastor Noffke. Pastor Hoppe hatte die Fertigstellung begleitet und selbst das Kirchenweihlied gedichtet, das noch heute gesungen wird. Hoppe war es auch, der für das Weihnachtsspiel „immer so viele Rollen geschaffen hatte, wie Kinder mitspielten“. Er blies außerdem selbst Tuba und spielte den Geburtstagskindern im Ort ein Ständchen. Unter ihm entstand auch der Kindergarten „Kleiner Anker“. „Er war total beliebt, noch heute werde ich mit Pastor Hoppe angesprochen“, erzählt Noffke von einer prägenden Figur. Doch trotz aller Freude über das neue Haus in seinem modernen, schlicht-nüchternen Stil: Die Laboer hängen an ihrer kleinen alten Kirche, die nun auch im Denkmalbuch des Landes Schleswig-Holstein erwähnt wird. „Die Laboer lieben die neue Kirche nicht so, wie sie es verdient hätte“, schätzt Noffke ein, der im August 1993 sein Amt in Laboe angetreten hatte. Unter seiner Regie erlebte die Laboer Kirchengemeinde einen weiteren Höhepunkt: Nach mehr als zehn Jahren Spendensammeln konnte vor drei Jahren die neue Orgel eingeweiht werden. Kantor Dietwulf Olwig, seit über 40 Jahren in seinem Amt, hatte sich um die Ausgestaltung des Instrumentes gekümmert, das inzwischen aufgrund seiner ungewöhnlich vielfältigen Klangfarben namhafte Musiker nach Laboe zieht. „Wir können natürlich nicht mithalten mit unserer Muttergemeinde Probsteierhagen, die gerade ihren 750. Geburtstag gefeiert hat. Deshalb haben wir bewusst auf einen großen Festakt oder eine Festwoche verzichtet“, erzählt Pastor Noffke. Vielmehr werde man die Gemeinschaft der vielen Gruppen betonen, die sich unter dem Dach der Kirche entwickelt haben. Posaunenchor, Pfadfinder, Gymnastikgruppe, Kindergarten – sie alle werden sich darstellen. Details werden noch geplant, nur der Termin für einen Festgottesdienst am 31. Oktober steht schon fest. asc Dienstag, 24. August 2010
Folkeboote setzen vor Laboe die Segel Geschrieben von Ostseebad Laboe
in Gemeinde, Maritimes, Sport und Erholung um
16:10
Folkeboote setzen vor Laboe die Segel
Morgen erste Wettfahrt um die DM – „Basislager“ in der Baltic Bay Laboe. Als Regattarevier ist die Kieler Außenförde vor Laboe bei Folkeboot-Crews seit jeher beliebt, der Trudelmaus-Pokal hat einen festen Platz im Regatta-Kalender der Langkieler. Zum 100. Geburtstag des Laboer Regatta Vereins (LRV) erhält das Revier nun den Ritterschlag. Von morgen an bis zum Sonnabend gehen 38 Crews auf der Ostsee auf Medaillenjagd bei der deutschen Meisterschaft. Es ist nach 1979 der zweite Folkeboot-Titelkampf vor Laboe. Die Top-Crews aus der deutschen Rangliste lassen sich dieses Ereignis natürlich nicht entgehen. Die Favoriten-Bürde hat dabei wohl erneut der aus Eckernförde stammende und inzwischen in Berlin wohnende Christoph Nielsen mit seiner „Chiquita“-Crew zu schultern. Der Führende der Rangliste musste sich in diesem Jahr bei der Kieler Woche zwar dem Dänen Per Jörgensen geschlagen geben, doch die nordischen Nachbarn sind nun wegen ihrer eigenen Meisterschaft nicht dabei. Ulf Kipcke aus Kiel, Dritter der Kieler-Woche-Rennen 2010, dürfte daher neben den Lokalmatadoren des LRV, Dirk Rohrbeck, Uwe Pfuhl und Sönke Durst, zu den stärksten Konkurrenten gehören. Zentraler Dreh- und Angelpunkt der deutschen Meisterschaft wird die Baltic Bay sein, die über die hierfür benötigte Infrastruktur verfügt. Dirk Rohrbeck hatte den Kontakt zu Andreas Prey von der Schiffswerft Laboe hergestellt, so dass jetzt das Liegen der gesamten Flotte an einem Steg, die Bereitstellung der benötigten Landflächen und Räumlichkeiten für das Regattabüro sowie die seit gestern laufenden Vermessungen gewährleistet sind. Ein Konzept, das dem ausgeprägten Zusammengehörigkeitsgefühl der Folkebootsegler entgegen kommt, denn es soll eine Veranstaltung der kurzen Wege werden. Der erste Startschuss ist morgen für 11 Uhr geplant. Insgesamt sind neun Wettfahrten vorgesehen, letzte Startmöglichkeit ist am Sonnabend um 14.30 Uhr. ra Montag, 23. August 2010
Bei Bachs Passacaglia war die Orgel ... Geschrieben von Ostseebad Laboe
in Gemeinde, Kultur um
16:29
Bei Bachs Passacaglia war die Orgel gefordert
Laboer genossen ihre Abendmusiken Von Werner Bodendorff Laboe. Andächtige Stimmung bei feierlichem Kerzenschein während einer atmosphärischen sowie erhebenden Orgelstunde im Rahmen der Laboer Abendmusiken. Kirchenmusikdirektor Hans-Jürgen Schnoor war von der Kirchengemeinde für ein abwechslungsreiches wie musikalisch hochwertiges Programm gewonnen worden. Nach den bezaubernden Variationen über den Choral „Vater unser im Himmelreich“ und dem finalen Andante aus der Orgelsonate op. 65 Nr. 6 von Felix Mendelssohn Bartholdy brachte der Organist an der ehrwürdigen Vicelinkirche zu Neumünster das wenig gehörte Praeludium g-Moll manualiter von Dietrich Buxtehude zu Gehör, welches barocken Orgelglanz in die dämmerige und relativ gut besuchte Anker-Gottes-Kirche freisetzte. Als musikalisches Hauptgewicht erwiesen sich indes die drei nachfolgenden Werke von Johann Sebastian Bach: mit der ausgedehnten und zeitweise modern-zerrissen wirkenden Toccata, Adagio und Fuge C-Dur BWV 564 zelebrierte Schnoor hohe Orgelkunst. Beeindruckend, wie er in zügigen Tempi mit ausgefeilter Technik die einzelnen Stimmen transparent für jeden hör- und nachvollziehbar machte und insbesondere dem langsamen Satz eine feinsinnige Aura abgewann. Spürbar entspannend im Charakter mit leicht italienischem Flügelschlag im duftig gespielten ersten Satz folgte die fünfte der Sechs Triosonaten BWV 529 mit einem zwar anmutigen, wenngleich etwas ausgedehnt gewordenem Largo. Als glänzendes Schlusswerk und unüberbietbarer Höhepunkt erklang Bachs einzige und großartige Passacaglia BWV 582, die die Klangmöglichkeiten der Orgel an ihre Grenzen führte und die erst im Laufe des Spiels auch von der Interpretation her geschmeidiger gelang. Sie fand ihren Höhepunkt sowie ihre künstlerische Vollendung in der abschließenden, mit viel Fahrtwind brausenden, kraftvoll registrierten Fuge.
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