Montag, 3. Mai 2010Lehre im Dunkeln22 ehemalige Bergleute erinnern sich an ihre Ausbildung
Laboe - Die zum Teil stundenlange Anreise an die Ostsee konnte 22 ehemalige Bergleute der einstigen Duisburger Zeche "Friedrich Thyssen 48" nicht davon abhalten, am "Kumpeltreffen" teilzunehmen, das seit 1999 alle zwei Jahre wechselweise in Laboe und Duisburg stattfindet. Manfred Beine aus Schönberg, der das Treffen im Wechsel mit Werner Müller aus Voerde bei Duisburg organisiert, war zwar etwas traurig, dass seiner an mehr als 50 ehemalige Bergarbeiter verschickten Einladung nur knapp die Hälfte gefolgt war, doch der guten Stimmung tat das keinen Abbruch. Immer wieder erinnern sich die Kumpel gern an die gemeinsame Zeit, die hart gewesen sei, aber für das Leben stark gemacht habe, so der Tenor.
Manfred Beine sieht das Bild noch ziemlich genau vor sich, als er 1953 als 14-Jähriger mit rund 100 anderen Jugendlichen aus Schleswig-Holstein vom Kieler Hauptbahnhof aus zur Bergwerkslehre in den Ruhrpott fuhr. Drei Jahre lang wohnte er mit den anderen Jungs zwischen 14 und 18 Jahren in einem riesigen Lehrlingswohnheim und lernte zunächst über Tage und ab 16 Jahren unter Tage alles rund um die Kohleförderung. "Wir wurden sehr gut verpflegt und man organisierte für uns auch Ausflüge. Unsere Wäsche wurde gewaschen, aber unsere Strümpfe mussten wir selbst stopfen und auch unsere Hosen bügeln. Wir bekamen zwischen drei und fünf Mark Taschengeld - je nach Alter, der übrige Lohn wurde aufs Konto überwiesen", schmunzelt Manfred Beine über seine Lehrjahre, die sich heutige Jugendliche kaum vorstellen könnten. Doch gleich nach der erfolgreichen Prüfung und der Ernennung zum Knappen zog es den Schleswig-Holsteiner zurück nach Schönberg, wo er wenig später ein Malergeschäft eröffnete. Als der gelernte Bergwerker 1997 ein altes Notizbuch mit den Namen einiger ebenfalls aus Norddeutschland stammenden Freunde aus der Lehrlingszeit fand, entstand die Idee, ein Treffen zu organisieren. Schnell hatte man sich mit den ehemaligen Steigern, die wie Werner Müller länger im Bergwerk gearbeitet hatten, zusammengeschlossen und trifft sich seitdem regelmäßig. Für die weiteste Anreise zum Kumpeltreffen erhielt diesmal Peter Hubrig aus dem rund 700 Kilometer entfernten Odenwald die glücksbringende Kette aus eigens gesammelten Hühnergöttern (Strandsteine mit Loch). ago
Freitag, 30. April 2010Freie Sicht auf das Laboer Rathaus
Der Probsteier Platz erhält eine Informationstafel
Laboe - Es bleibt dabei: Die vor zwei Jahren von der Laboer CDU initiierte Informationstafel über den historischen Laboer Rundling und die Probstei wird auf dem Probsteier Platz aufgestellt. Los gehen kann’s allerdings erst, wenn die Kommunalaufsicht die Haushaltsmittel genehmigt hat. Die Mitglieder des Bauausschusses fällten diese Entscheidung mit einer Gegenstimme. Der alternativ von der Arbeitsgruppe unter Leitung von Volkmar Heller vorgeschlagene Standort vor der Raiffeisenbank fand nach einer Besichtigung vor Ort keine Mehrheit. Die 2,90 Meter breite und 2,60 Meter hohe Tafel wird beleuchtet und so versetzt in der Baumreihe angeordnet, dass die Sicht auf das Rathaus nicht verbaut wird. Dafür soll die ohnehin sanierungsbedürftige Straßenlaterne entfernt werden. Die Tafel gibt auf der Vorderseite Aufschluss über die historischen Gebäude im Oberdorf, den so genannten „Laboer Rundling“. Die Rückseite informiert über die Region Probstei und ihre historische Entwicklung. Für eine kurze, aber heftige Diskussion sorgte die Parkgebührenordnung, die Ende Juni außer Kraft tritt. Die Beratung über eine Neufassung wurde schließlich auf Antrag der LWG-Fraktion „wegen unzureichender und mangelhafter Arbeitsunterlagen“ von der Tagesordnung genommen. Fraktionsvorsitzender Jochen Nazareth monierte, dass die Verwaltung keine Vorschläge für eventuell zusätzlich aufzunehmende Parkflächen unterbreitet hatte. Auch könne man nicht ersehen, für welche Bereiche Gebühren erhoben werden und für welche nicht, kritisierten Vertreter aller Fraktionen. Amtsdirektor Sönke Körber wies darauf hin, dass die Verwaltung „kein Initiativrecht“ habe. „Sie müssen entscheiden, für welche Stellflächen innerhalb des Ortes Gebühren erhoben werden sollen.“ Diesem Argument mochten die Ehrenamtler nicht folgen. „Wir erwarten Vorschläge dafür von der Verwaltung“, so Nazareth, der sich mit seinem Antrag bei drei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen durchsetzte. Kurz notiert: Spielerlebniswelten: Die Fördermittel für das Leuchtturmprojekt der AktivRegion Ostseeküste, an dem auch Laboe mit einem Spielplatz beteiligt ist, wurden zurückgestellt. Im Mai soll eine Entscheidung über die Förderung der Spielerlebniswelten erfolgen. Energiekosten: Die Gemeinde will ein Energiesparkonzept entwickeln, das bis zu 70 Prozent gefördert werden kann. Die Voraussetzungen dafür werden in den Fraktionen beraten. asc Freitag, 30. April 2010
Kleine Leute auf großer Ostsee-Fahrt Geschrieben von C. Saager
in Gemeinde, Maritimes, Sport und Erholung um
12:28
Kleine Leute auf großer Ostsee-Fahrt
Verein „Ole Schippn Laboe“ nimmt 15 Viertklässler mit auf die Reise in Richtung Marstal – Wichtige Dinge des Bordlebens erklärt Laboe - Alles klar zum Ablegen! Die Schüler der vierten Klasse der Laboer Grundschule gehen auf große Fahrt. Möglich machen das die ehrenamtlichen Skipper des Vereins „Ole Schippn Laboe“ (OSL). Zum zehnten Mal stellen sie ihr Jugendprojekt auf die Beine, das in diesem Jahr vom Landesfamilienministerium mit einem Zuschuss in Höhe von 3.000 Euro bedacht wurde. Geena, Charline und AnnaMae schleppen ihre Reisetaschen über die Gangway. An der Tür unter Deck stehen bereits ihre Namen. Jeweils vier „Seeleute“ teilen sich eine Kammer. Die 15 Viertklässler versammeln sich in der Messe, wo Skipper Bernd Kleefisch ihnen die wichtigsten Dinge des Bordlebens erzählt. Oberstes Gebot: Sicherheit und Disziplin. Die Schwimmwesten sind Pflicht an Bord. Nach einer Stunde rauchen die Köpfe – soviel Neues auf einmal. Dann wird es Zeit zum Ablegen. Es geht in Richtung Marstal. Doch bevor das holländische Plattbodenschiff„de Albertha“ an der Südmole im Laboer Hafen seeklar ist, müssen alle kräftig ran. Jeder hat seine Aufgabe. Molly und Michelle müssen an die Winde. Die Betreuer Jens Dziallas und Astrid Konowalski zeigen AnnaMae und Nico, wie sie die Persenning vom Baum lösen, die Segelsetzen und den Klüver heben, Stromkabel und Wasserleitung einholen. Ein letzter Gruß zu Mama und Papa an Land. Dann bugsiert Skipper Bernd Kleefisch das über 100 Jahre alte Schiff millimeterweise an den Dalben vorbei, hinaus auf die Förde. Drei Tage dauert es, bis die Mädchen und Jungen wieder zu Hause sind. Doch gegen allzu großes Heimweh hat jeder von ihnen ein Kuscheltier dabei, wie Mädchen als auch Jungen verraten. Drei solcher Törns mit jeweils 15 Schülern an Bord veranstalten die Organisatoren von OSL in Zusammenarbeit mit dem Eigner Arne Schulte – ein Angebot, das in der Laboer Grundschule auf ungebrochene Resonanz stößt. asc
Donnerstag, 29. April 2010Für das Haus I gibt es drei InteressentenAbriss-Thema lässt Laboer Politiker nicht losLaboe - Wie geht es weiter mit dem ehemaligen Schulgebäude Haus I? Mit dieser Frage werden sich die Fraktionen erneut beschäftigen. Während einer Ortsbegehung sammelten die Mitglieder mögliche Argumente für den Erhalt des eigentlich zum Abriss bestimmten Gebäudes. Inzwischen gibt es drei Interessenten, die einen oder mehrere Räume nutzen möchten: Die Kleiderkammer des DRK, die bisher im Hafenspeicher untergebracht ist, der DRK-Kindergarten, der allerdings nur für vier Monate ein Ersatzquartier sucht, und der (ehrenamtliche) Gemeinde-Archivar. Die DRK-Kleiderkammer, bislang „Untermieter“ im Hafenspeicher, sucht neue Räume, da die „Fischküche Laboe“ für Sozialräume und Spinde ihrer mittlerweile 20 Mitarbeiter mehr Platz braucht. Uwe Gottorf vom DRK-Ortsverband erklärte im Gespräch mit den Ortspolitikern die grundsätzliche Bereitschaft, „unter den gleichen vertraglichen Bedingungen“ in das Haus I umzuziehen. Er sehe in einem Umzug sogar Vorteile, da die neuen Räume zu ebener Erde liegen und besser erreichbar wären, als die derzeitigen im Obergeschoss des Hafenspeichers. Zweiter Nutzer des Hauses I wären zwei Gruppen des DRK-Kindergartens: Während der Zeit der Erweiterung der Kindertagesstätte wird ein Ausweichquartier benötigt. Rund vier Monate lang, vom 12. Juli bis zum 17. November, müssten die Kinder und ihrer Betreuerinnen den Handwerkern Platz machen und andere Räume nutzen – Räume im Haus I? Auch der ehrenamtliche Archivar der Gemeinde, Jörg Schalke, hofft auf einen Platz im ehemaligen Schulgebäude. In über fünf Jahren hat er jede Menge historischen Materials zusammengetragen, das zurzeit mehr oder weniger behelfsmäßig untergebracht ist. asc Dienstag, 27. April 2010"Unverkrampfte Höflichkeit" zu schätzen gelerntAusbildungsbetrieb des Plöner Kreisjugendrings hat sich einen guten Namen gemacht – Gebäude steht weiterhin zum Verkauf Laboe - Positive Resonanz auf ein gastronomisches Ausbildungsprojekt, eine hohe Geldsammelleidenschaft und die Anschaffung eines neuen Spielmobils hielten den Kreisjugendring Plön (KJR) in 2009 auf Kurs. Bilanz gezogen wurde jetzt in Laboe. Das im vergangenen Jahr eröffnete Restaurant „Schwan“ in Preetz hat sich als Ausbildungsbetrieb des KJR für bei der Jobsuche benachteiligte Jugendliche offenbar einen guten Namen gemacht. Projektleiter Dirk Nestler erinnerte zum einen an den Landessieg beim Förderpreis des Schuhhändlers Deichmann. Zum anderen berichtete er auch von positiven Rückmeldungen der Gäste, die die hohe Motivation und die „unverkrampfte Höflichkeit“ der Jugendlichen schätzten. Einen Eindruck davon konnten die Gäste der Vollversammlung in Laboe erhalten: Die Teilnehmer der KJR-Ausbildungsmaßnahme zeichneten für das Kaffee- und Kuchenbüffet verantwortlich. Nicht ganz ohne Sorge äußerte sich Nestler allerdings mit Blick auf das Gebäude, in dem sich das Restaurant befindet: „Es steht weiterhin zum Verkauf. Das berührt unseren Pachtvertrag zwar nicht, langfristig könnte das aber eine gewisse Unsicherheit herbeiführen.“ Fester Bestandteil im KJRTerminkalender ist die Aktion „Jugend sammelt für Jugend“. Im vergangenen Jahr haben sich 22 der 31 Mitgliedsverbände des KJR daran beteiligt und rund 19.023 Euro zusammengetragen. Fleißigste Sammlertruppe mit 1.713 Euro war die gemeinsame Jugendfeuerwehr der Gemeinden Wisch, Barsbek, Fiefbergen und Krokau (WiBaFfKo), von der zur Ehrung jedoch kein Vertreter erschienen ist. Für das von allen gesammelte Geld gibt es einen festen Verteilungsschlüssel: 70 Prozent bleibt bei den Gruppen, 20 Prozent geht an den Landesjugendring und zehn Prozent an den Kreisjugendring. In diesem Jahr sind die Gruppen in der Zeit vom 7. bis 20. Mai unterwegs, um Spenden für die Jugendarbeit einzuwerben, erklärte der Sammlungsbeauftragte Andreas Bastian. Durchwachsen ist die Bilanz über die Arbeit des Jugend-und Kinderspaßmobils (JUKS). Morlin Schmerfeld berichtete, dass das in der vergangenen Saison für 15.000 Euro mit Sponsorenhilfe angeschaffte neue Fahrzeug allseits positiv aufgenommen wurde. Allerdings sei eine rückläufige Buchungszahl für das JUKS-Mobil in zahlreichen Gemeinden zu beobachten. „Auch in den Vereinen und Gruppen macht sich die Finanzkrise bemerkbar. Das macht die Arbeit für uns nicht leichter“, sagte sie. jac |
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