Montag, 23. August 2010
Bei Bachs Passacaglia war die Orgel ... Geschrieben von Ostseebad Laboe
in Gemeinde, Kultur um
16:29
Bei Bachs Passacaglia war die Orgel gefordert
Laboer genossen ihre Abendmusiken Von Werner Bodendorff Laboe. Andächtige Stimmung bei feierlichem Kerzenschein während einer atmosphärischen sowie erhebenden Orgelstunde im Rahmen der Laboer Abendmusiken. Kirchenmusikdirektor Hans-Jürgen Schnoor war von der Kirchengemeinde für ein abwechslungsreiches wie musikalisch hochwertiges Programm gewonnen worden. Nach den bezaubernden Variationen über den Choral „Vater unser im Himmelreich“ und dem finalen Andante aus der Orgelsonate op. 65 Nr. 6 von Felix Mendelssohn Bartholdy brachte der Organist an der ehrwürdigen Vicelinkirche zu Neumünster das wenig gehörte Praeludium g-Moll manualiter von Dietrich Buxtehude zu Gehör, welches barocken Orgelglanz in die dämmerige und relativ gut besuchte Anker-Gottes-Kirche freisetzte. Als musikalisches Hauptgewicht erwiesen sich indes die drei nachfolgenden Werke von Johann Sebastian Bach: mit der ausgedehnten und zeitweise modern-zerrissen wirkenden Toccata, Adagio und Fuge C-Dur BWV 564 zelebrierte Schnoor hohe Orgelkunst. Beeindruckend, wie er in zügigen Tempi mit ausgefeilter Technik die einzelnen Stimmen transparent für jeden hör- und nachvollziehbar machte und insbesondere dem langsamen Satz eine feinsinnige Aura abgewann. Spürbar entspannend im Charakter mit leicht italienischem Flügelschlag im duftig gespielten ersten Satz folgte die fünfte der Sechs Triosonaten BWV 529 mit einem zwar anmutigen, wenngleich etwas ausgedehnt gewordenem Largo. Als glänzendes Schlusswerk und unüberbietbarer Höhepunkt erklang Bachs einzige und großartige Passacaglia BWV 582, die die Klangmöglichkeiten der Orgel an ihre Grenzen führte und die erst im Laufe des Spiels auch von der Interpretation her geschmeidiger gelang. Sie fand ihren Höhepunkt sowie ihre künstlerische Vollendung in der abschließenden, mit viel Fahrtwind brausenden, kraftvoll registrierten Fuge.
Freitag, 20. August 2010Die nächste Kontroverse
Gedenkstätte, Kulturdenkmal, Zankapfel: In Schleswig-Holstein wird erneut ums Ehrenmal in Laboe gestritten. Grund ist eine neue Ausstellung – und ein stattlicher Landeszuschuss Von Bodo Stade Schuld an der aktuellen Kontroverse ist streng genommen die Weltwirtschaft. Denn hätte die nicht spürbar geschwächelt, hätte das arme Schleswig-Holstein im Frühjahr 2009 wohl niemals ein millionenschweres Konjunkturprogramm aufgelegt und in diesem Rahmen stolze sechs Millionen Euro für ein Investitionsprogramm Kulturelles Erbe reserviert. Motto: „Kulturelle Schätze des Landes bewahren, Arbeit im Handwerk schaffen.“ Neben den Schlössern Eutin, Ahrensburg, Glücksburg und Husum, dem Freilichtmuseum in Molfsee und dem Danewerk bei Schleswig kam auch der Deutsche Marinebund in den Genuss einer Förderung. 600 000 Euro bewilligte die Staatskanzlei für die Sanierung der Historischen Halle, die lange Jahre ein Schattendasein geführt hatte und zur Freude des Landesdenkmalpflegers wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt werden sollte – inklusive Wärmedämmung und neuer Elektrik. Gleichzeitig sollte die alte, militärgeschichtliche Ausstellung endlich einer neuen, zeitgemäßen Präsentation weichen. Gesamtkosten: rund 1,5 Millionen Euro. Einen Haken hatte die Sache. Die Bewilligung des satten Zuschusses war der Landesregierung, die sonst jede Scheckübergabe meldet, nicht einmal eine kleine Pressemitteilung wert und blieb deshalb weitgehend unbemerkt. Erst im Frühjahr, als Schwarz-Gelb bereits einen harten Sparkurs fuhr, wurde die stille Gabe publik – und treibt seitdem nicht nur die Opposition im Landtag um. Auch unter Historikern ist ein handfester Streit entbrannt. An der Spitze der Kritiker stehen die Kieler Professoren Karl Heinrich Pohl, Olaf Mörke und Martin Krieger, der Politikwissenschaftler Harald Schmid sowie der Direktor der KZGedenkstätte Neuengamme, Detlef Garbe. In einem gemeinsamen Papier haben sie ein vernichtendes Urteil gefällt und eine öffentlichen Förderung in Bausch und Bogen verdammt. Hauptargument: Das Ziel einer kritischen Auseinandersetzung mit der Marinegeschichte werde „nur postuliert“, finde sich aber nicht einmal ansatzweise wieder. Hat die Staatskanzlei das Geld also nach gutdünken verteilt? Zumindest für die Opposition ist die Sache halbwegs klar. „Die Netzwerke des Marinebundes funktionieren anscheinend noch immer ganz ordentlich“, argwöhnt da der SPD-Kulturpolitiker Hans Müller. Marinehistoriker Jann Witt, der das Konzept erarbeitet hat, hält diese Vorwürfe für absurd – und ärgert sich natürlich über den Verriss durch die Kollegen. Die Geschichte der Marine sei lückenlos dargestellt. „Wir setzen uns gerne auseinander, aber in Form einer Diskussion und nicht in Form von Schmähkritik.“ Und was sagt die Landesregierung? Sie hat in ihren Antworten auf mehrere Kleine Anfragen nicht nur den Zuschuss verteidigt, sondern bekennt sich auch zur Ausstellung. Sie sei „besucherfreundlich und museumsdidaktisch beispielgebend“. Am Ende wird dem einzelnen Besucher nichts anderes übrig bleiben als das, was der Historiker Pohl ohnehin fordert: Er wird sich eine eigene Meinung bilden müssen.
Samstag, 7. August 2010Das schmeckt niemandem!
Laboer Hobbyköche und Kommunalpolitiker stehen sich unversöhnlich gegenüber Laboe. Der Streit um die Schulküche in Laboe droht vor Gericht zu landen. Der Laboer Herrenkochklub hat mittlerweile ein Anwaltsbüro eingeschaltet und setzt der Gemeinde ein Ultimatum für eine gütliche Einigung: Bis zum 13. August soll die Gemeinde die erbrachten Leistungen im Werte von rund 18 000 Euro anerkennen und ein Angebot unterbreiten, das für beide Seiten akzeptabel ist. Die Ortspolitiker aller Couleur lehnten dies im KN-Gespräch ab. Zur Vorgeschichte: Seit 21 Jahren nutzen die Mitglieder des Laboer Herrenkochclubs um den selbstständigen Elektromeister Rolf Aulitzky aus Laboe die Schulküche – kostenfrei. Im Gegenzug sorgten die Köche für die Instandhaltung der Anlage. Da die Küche im ehemaligen zum Abriss bestimmten Schulgebäude untergebracht war, beschlossen die Gemeindevertreter den Umbau eines Klassenraumes in eine neue Schulküche für Schule, Volkshochschule und Herrenkochklub. Die Hobbyköche erklärten sich bereit, Eigenleistungen zu übernehmen und zudem 5000 Euro zu spenden, als Gegenwert wollten sie die Küche weiterhin kostenfrei nutzen. In Abstimmung mit dem für Bauangelegenheiten in Laboe zuständigen Mitarbeiter des Amtes gingen die Köche ans Werk, veranschlagten rund 7000 Euro Eigenleistung. Doch summa summarum notierten sie schließlich rund 18 000 Euro für ihr Handwerk, berechnet auf der Grundlage des Stundensatzes für Bauhofleistungen. Das verschlug den Ortspolitikern die Sprache: Von einer solchen Kostenexplosion hätten sie keine Kenntnis gehabt, auch sei diese Anzahl der Stunden im Nachhinein nicht zu überprüfen, hieß es einhellig. Für Jochen Nazareth (LWG) „fehlt jede Grundlage“: „Wir haben dem Kochklub nie einen Auftrag erteilt und was die Köche mit der Amtsverwaltung abgesprochen haben, wissen wir nicht“, machte er erneut ein Kommunikationsdefizit deutlich. Auch die SPD hält die Forderung für „völlig überzogen“, wie Walter Riecken bestätigte. Bürgermeisterin Karin Nickenig (CDU) hingegen habe sich eine „beiderseitig zufrieden stellende“ Lösung gewünscht, doch „die Politik hat entschieden“. „Es ist schade, dass eine Verhandlung gar nicht möglich war“, sagt sie. Die Gemeinde bleibt also bei ihrem Angebot an die Hobbyköche: zehn Jahre kostenfreie Nutzung, dann zehn Euro Nutzungsgebühr je Stunde. Zudem soll der Kochklub seine angekündigte Spende von 5000 Euro zahlen. Vom Wunsch der Köche ist das weit entfernt. „Dann würde uns ein Kochabend über 100 Euro kosten“, rechnet Rolf Aulitzky vor. Er und seine Mitstreiter sehen eine 20-jährige kostenfreie Nutzung als Anerkennung der erbrachten Leistungen als angemessen. Dann werde man auch wie zugesagt spenden. In dem Schreiben des Anwaltsbüros wird das Angebot der Gemeinde als „wucherisch“ bezeichnet. Bis zum 13. August soll nun nachgebessert werden. Ansonsten werde man die Gerichte bemühen, so die Ankündigung in dem Anwaltsschreiben. Er bedauere diese Entwicklung sehr, sagte Rolf Aulitzky gestern dazu: „Wir haben uns immer für die Laboer engagiert und auch diese Küche haben wir für die Laboer gebaut, aber dieses Angebot ist unmoralisch“. Die ersten Geräte habe man bereits wieder ausgebaut, gekocht werde zurzeit privat. „Wir hatten 20 Jahre lang in der Gemeinde einen verlässlichen Ansprechpartner und würden gern weitermachen, denn wir haben schon Anfragen aus dem Jugendzentrum für den Ferienpass 2011. Aber das Vertrauen in Gemeindevertretung und Verwaltung ist weg“, so Aulitzky. asc
Montag, 2. August 2010
Handgemachtes vor maritimer Kulisse Geschrieben von Ostseebad Laboe
in Gemeinde, Kultur, Tourismus um
10:13
Handgemachtes vor maritimer Kulisse
Kunsthandwerkermarkt in Laboe hatte auch Mitmachangebote im Programm Laboe. Mit „Kurs Laboe“ – einem Markt vor maritimer Kulisse – lagen die Veranstalter am Wochenende in Laboe genau richtig. Rund 20 Anbieter von Kunst und Kunsthandwerk verwandelten beim dritten Laboer Kunsthandwerkermarkt den Rosengarten in eine Open-Air-Galerie mit besonderem Ambiente. Vor dieser Meeres-Kulisse erlebten die Besucher einen bunten Mix von Unikaten aus Keramik, Leder, Seide und Eisen sowie ein buntes Mitmachangebot für die ganze Familie. So staunten vor allem Kinder an den verschiedenen Stationen der „Gründrechselei“, wie lange es eigentlich dauert, aus einem Stück Holz ein gedrechseltes Kunstwerk zu schaffen. „Es ist gar nicht so leicht, aber gut zu schaffen“, fand Marvin Petzer aus Kiel. Sein Großvater Rolf Petzer stand mit Rat und Tat zur Seite und so schnitzte Marvin an der Wipp-Drechselbank nach historischem Vorbild die Muster in das Holz. Den Holzhammer schwangen auch Finn Wilhelm, Finn Nitz und Steen Jacob Dierks, um den Stamm zu spalten. „Man darf nicht so ängstlich sein und muss einfach zuhauen“, so ihr Fazit. Die Dienstleistung des Gürtelmachers Holger Radke aus Stolzenau nahmen Besucher wie Ursula und Hans-Eberhard Bosch in Anspruch. Die Tagesgäste aus Nordrhein-Westfalen ließen sich ihren individuellen Gürtel nach Maß fertigen. Sie entschieden sich für Rindsleder im Kroko-Styl und wählten die passende Gürtelschnalle gleich dazu. Orientalisches Flair versprühte Syedhom Salama aus Schönberg. Der „halb Ägypter, halb Marokkaner“ bot Keramik, Lampen, Schmuck und viele andere Kostbarkeiten aus dem Orient an. Seit 19 Jahren lebt er in der Probstei und ist seitdem auf Märkten unterwegs. Mit Besuchern kommen sie, Salama und seine Frau, schnell ins Gespräch, bieten einen Pfefferminztee an und laden zu einer Kostprobe aus dem arabischen Kochgeschirr ein. „Manche frischen dabei eigene Urlaubserinnerungen auf, anderen können wir die Scheu nehmen, selbst einmal in orientalische Länder zu reisen“, erklärte Susann Salama, die ihren Mann auf Basaren begleitet. Während die Besucher die bunte Vielfalt im Rosengarten genossen, zeigten sich die Aussteller ebenfalls rundum zufrieden. „Es ist der schönste Arbeitsplatz, den ich mir vorstellen kann“, erklärte Radke mit dem Blick auf die Kieler Förde. asc
Samstag, 24. Juli 2010
Auch Kanonen-Lena ist seefest Geschrieben von Ostseebad Laboe
in Gemeinde, Kultur, Maritimes, Tourismus um
11:17
Auch Kanonen-Lena ist seefest
Kleine Piraten eroberten in Laboe den Traditionsseglers „Jachara“ Laboe. „Alle, die mit uns auf Kaperfahrt fahren, müssen Männer mit Bärten sein“... So heißt es zwar im Piratenlied, doch beim zweiten Laboer Piratentag war das natürlich anders. Mädchen und Jungen, Mütter und Väter, Großmütter und Großväter konnten an Bord des Traditionsseglers „Jachara“ in die Piratenschule gehen – und hatten einen Riesenspaß. „Was ist denn Backbord, Steuerbord, Heck, Bug und Planken?“, fragte die Beute-Marie, die kurzerhand ihren Bootshund Piet unter den Arm klemmte. Ein paar der Nachwuchspiraten wie Tobias, Felix, Lena und Ramon wussten es schon. „Seid Ihr denn auch seefest?“, wollte dann Piraten-Joe wissen. Und ob sie das waren. Das zeigte der Piratennachwuchs gleich beim Segel setzen. „Gar nicht so leicht“, stellte Felix fest. Er macht zurzeit in Laboe bei seinen Großeltern Walter und Christine Müller Urlaub und da kam diese Veranstaltung des Tourismusbetriebes und der Agentur „Keep in move“ gerade recht. Alle Mann an Bord, hatten sie sich gesagt. „Eine tolle Sache, wie die Kinder hier einbezogen werden“, fand Müller. Denn die Piraten-Minis, teilweise keine drei Jahre alt, hatten viel zu tun. Piraten-Joe zeigte ihnen, wie ein Achtknoten entsteht, erzählte, woher der Piratenkapitän Wackelzahn seinen Namen hat und wie man „ohne Blut“ so richtige Piratenkämpfe ausficht. Nämlich mit „Daumencatchen“ und Armdrücken. Alle waren begeistert, zumal am Ende die Beute-Marie das heiß ersehnte Piraten Zertifikat mit dem echten „Piraten- Namen“ für jeden bereit hielt. Da freuten sich die Schatz-Lotta, der Messer-Morris, die Kanonen-Lena oder auch die Schreckliche Vicky. Viermal ging die „Jachara“ von der Nordmole aus auf Kaperfahrt und viermal war der Zweimaster voll besetzt. Begleitet wurde die Piraten-Aktion auf See durch viele Kindermitmachspiele an Land. asc
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