Donnerstag, 2. September 2010
Haus I soll weg, Toilettenfrage vertagt Geschrieben von Ostseebad Laboe
in Gemeinde, Politik um
15:05
Haus I soll weg, Toilettenfrage vertagtIm Laboer Bauausschuss beschäftigte man sich erneut mit zwei gemeindlichen Dauerbrennern Laboe. Der Laboer Bauausschuss hat das Ansinnen der Bürgermeisterin, Karin Nickenig, den bereits Ende 2008 beschlossenen Abriss des ehemaligen Schulgebäudes Haus I weiterhin auszusetzen, verworfen. Mit 6:4 Stimmen votierten die Ausschussmitglieder dafür, am Abriss festzuhalten. Die Pläne der Bürgermeisterin, das Gebäude für dringend nachgefragte Nutzungen zur Verfügung zu stellen, kommen damit nicht zum Tragen. Raumbedarf hatte, wie berichtet, in erster Linie die DRK-Kleiderkammer angemeldet. Sie ist derzeit im Hafenspeicher untergebracht, wo der Gastronom der „Fischküche“ aber die Sozialräume für seine Mitarbeiter erweitern möchte. Untergebracht werden sollen im Haus I nach einem früheren Beschluss auch Gruppen des DRK-Kindergartens, wenn dessen Gebäude umgebaut wird. Die Bürgermeisterin hatte ihren Vorschlag auch damit erklärt, dass die Gemeinde durch die Vermietung der Räume Einnahmen erzielen könnte. Auf der anderen Seite stünden Abrisskosten von 30 000 Euro sowie Aufwendungen in Höhe von 35 000 Euro für den Bau eines Parkplatzes für das Beeke-Sellmer-Haus. Aber: „Für einen Abriss haben wir kein Geld“, so die Bürgermeisterin. Der LWG-Fraktionsvorsitzende Jochen Nazareth sprach sich dafür aus, die Kosten für den Abriss in den Haushalt 2011 einzustellen. Keine Entscheidung fiel nach einer erneuten, eineinhalbstündigen Diskussion über das vom Stadtplaner Oliver Kühle vorgelegte Konzept mit sieben Standorten für eine Neugestaltung der öffentlichen Toiletten in Laboe. Die Ortspolitiker äußerten Präferenzen für die Standorte Hafenumfeld, das als Knotenpunkt für Gäste und Einheimische fungiere, und DRKStation, wo zurzeit nur eine Container-Lösung Abhilfe schafft, die zuerst „versorgt“ werden sollten. Das Thema geht nun zunächst wieder in die Fraktionen, zur Werkausschusssitzung am 8. September soll es dann wieder auf den Tisch kommen. Einen Schritt voran sind die Ortspolitiker mit den Beratungen über die Toilettensituation im Restaurant „Buena Vista“. Wie berichtet, hatte der Gastronom Hartmut Mai nach vergeblichen Versuchen, für die WCs im gemeindeeigenen Gebäude eine Sanierung herbeizuführen, vor den Eingängen ein Drehkreuz mit 50-Cent-Bezahlpflicht installiert, um ständig steigenden Kosten Herr zu werden. Die Toiletten können nicht nur von den Restaurantbesuchern, sondern auch von der Öffentlichkeit benutzt werden. Der Bauausschuss hat sich jetzt nach Angaben der Bürgermeisterin im nicht öffentlichen Teil dafür ausgesprochen, einen beträchtlichen Betrag“ für eine WC-Sanierung aufzubringen. Gefordert werde allerdings weiterhin der Rückbau des Drehkreuzes. Gastronom Mai lehnt dies jedoch im Gespräch mit den KN ab. Der Pächter will an dem Drehkreuz als seiner Meinung nach bestmöglichem Bezahlsystem festhalten. jac Mittwoch, 1. September 2010Ist das denn wirklich Trudi? Kieler entdeckten Seehund zwischen Laboe und Stein – In Eckernförde tauchte ein Tier ab Laboe/Stein. „Das ist Trudi!“ Gerd Callsen aus Eckernförde ist sich ganz sicher, als er das Foto sieht. Spaziergänger hatten am Sonntag zwischen Laboe und Stein einen Seehund fotografiert und das Bild an die Kieler Nachrichten gemailt. Und allem Anschein nach handelt es sich um das Tier, das rund neun Wochen lang in Eckernförde zahlreiche Touristen und Einheimische an den Strand gelockt hatte. Und das Callsen zusammen mit anderen Freiwilligen rund um die Uhr bewacht hatte. Seit Donnerstagabend ist Trudi dort abgetaucht. Von Silke Rönnau „Wir haben den Seehund am Sonntag beim Spaziergang auf dem Felsen entdeckt und sind näher rangegangen“, erzählt Anne Fischer aus Kiel. Sie und ihr Mann Frank waren rund zwei Stunden unterwegs. Als sie wieder an dem Felsen vorbeikamen, war das Tier immer noch da – und zahlreiche Schaulustige. „Manche sind bis auf einen halben Meter herangegangen“, erzählt Anne Fischer weiter. Aber der Seehund habe keine Anstalten gemacht zu flüchten. Das habe ihr ein wenig Sorgen gemacht. Die zutrauliche Art hatte der Seehund auch schon in Eckernförde gezeigt, wo er am 26. Juni erstmals aufgetaucht war. Das rund eineinhalb Meter lange Tier hatte sich inmitten der Urlauberscharen gesonnt. Allerdings wurde davor gewarnt, zu nah heranzugehen: Denn die Bisse von einem Seehund seien so gefährlich wie Bisse von einem Schäferhund, hatte der Leiter des dortigen Ostsee-Info-Centers, Claus Müller, betont. Er mahnte deshalb, einen Abstand von mindestens 20 Metern einzuhalten – schon deshalb, weil ein Seehund schnell zuschnappen könne. Übrigens gehören diese Säugetiere an den Ostseeküsten zu den gefährdeten Tierarten und stehen auf der „Roten Liste“. Nachdem der Seehund – inzwischen von den Lesern der Kieler Nachrichten nach einem Aufruf auf den Namen Trudi getauft – zum beliebten Foto-Motiv avancierte und manche ihm ziemlich nah auf die Pelle rückten, meldeten sich zunächst drei freiwillige Bewacher als selbst ernannte Seehund-Beauftragte. Sie wollten das Tier schützen und dafür sorgen, dass es sich am Strand ausruhen kann. Dabei trieb Trudi manchmal ihren Schabernack mit ihnen, erzählt Callsen. Der gelernte Tierpfleger und seine Mitstreiter hatten immer vier Metallpfähle in einem gewissen Abstand um den Seehund gesteckt und den Bereich mit einer Leine abgesperrt – doch dann robbte Trudi unter dem Seil hindurch an eine andere Stelle. Und die Bewacher zogen hinterher. Nach einigen Wochen verstärkten noch 13 Security-Umschüler die Wachmannschaft. Doch nun war der ganze Zirkus in Eckernförde vorbei. Trudi hatte sich vom Acker – pardon, vom Strand – gemacht. Vielleicht sorgt sie ja nun in der Probstei mit ihren dunklen Kulleraugen für die nächsten verzückten Fans, wenn sie sich im Sand sonnt oder auf einem Felsen ausruht… Wer Trudi sichtet, kann sich bei der Ostholsteiner Zeitung unter Tel. 04342/7878782 melden. Freitag, 27. August 2010Ein neuer Weg zur Problemlösung
Architekt legt Konzept für Umgehung der Brücke am Munitionsdepot vor Heikendorf/Laboe. Es ist schon fast ein Ritual: Jedes Jahr aufs Neue kommt die ebenerdige Umgehung des Fördewanderweges auf die Tagesordnung. Bisher ohne Erfolg. Aber: Ein neuer Vorstoß hat das Zeug dazu, das Problem endgültig zu lösen. Davon ist jedenfalls der Vater der Idee, Rolf Schumacher aus Heikendorf, überzeugt. Von Norbert Zimmer Rolf Schumacher, 78, kennt die Situation der Brücke auf Höhe des Munitionsdepots sehr gut. Als Pensionär hat er viel Zeit und hat sich in den vergangenen Wochen ausgiebig mit dem Problem befasst, wie sich die Brücke im Sinne von Menschen mit Gehbehinderungen oder Müttern mit Kinderwagen umgehen/umfahren lässt. Das Besondere: Rolf Schumacher ist Architekt und Maurermeister und insofern vom Fach. 20 Jahre lang hat er in Bremen ein Baugeschäft geführt, Bauten geplant und Baustellen betreut. Herausgekommen ist ein Konzept, das die Brücke stehen lässt, den Wanderweg direkt an der Brücke vorführt und diesen zur Seite lediglich mit einem neuen Zaun zum Depot hin absichert. In Zeiten, in denen die Depottore offen sind, aber keine Munition transportiert wird, wäre die Brücke weiterhin geöffnet. Während der übrigen Zeiten könnten alle Passanten – ob behindert oder nicht – den Weg nutzen. Unberührt davon bleiben natürlich jene Zeiten für Munitionstransporte, in denen der Wanderweg aus Sicherheitsgründen für alle gesperrt bleibt. Rolf Schumacher hat auf Grundlage seiner eigenen Massenberechnungen eine Ausschreibung vorgenommen. Mit dem verblüffenden Ergebnis, dass die Baukosten gerade mal 26 000 Euro für Erdarbeiten und Zäune betragen. Und für Wachdienstleistungen während der Bauzeit kämen noch einmal rund 5000 Euro hinzu. Im Gegensatz dazu hatte die Landesbauverwaltung bisher Baukosten von 107 000 Euro errechnet. Außerdem waren in den Kostenrechnungen der Behörden bisher immer 54 000 Euro für zusätzliche Sicherheitstechnik kalkuliert worden. Schumacher: „Bei meinem Konzept kann auf zusätzliche Technik verzichtet werden. Die vorhandene Videokamera reicht aus.“ Zur guten Nachricht von Rolf Schumacher gesellt sich eine zweite gute Nachricht aus Preetz: Wolfgang Schneider, Vorsitzender des Sozialverbandes im Kreis Plön, hat auf das neue Konzept mit der Aussage reagiert, dass sein Verband im Sinne der älteren und gehbehinderten Menschen die Finanzierung mit Verbandsmitteln und Spenden sicherstellen würde. Im nächsten Schritt sind jetzt die Behörden am Zug: Die Gemeinden Heikendorf und Laboe, die Wehrbereichsverwaltung Nord und das Verteidigungsministerium. Angeschrieben hat Rolf Schumacher aber nicht nur den Verteidigungsminister sondern auch Ministerpräsident Peter Harry Carstensen – mit der Bitte um Unterstützung.
Freitag, 27. August 2010Besonders geeignet dank "Steppke"
Seenotrettungskreuzer „Berlin“ wird in diesem Jahr 25 Jahre alt – 100 Einsätze pro Jahr Laboe. Kein anderes Schiff im Laboer Hafen ist wohl so markant wie der Seenotrettungskreuzer „Berlin“. Das Schiff ist das erste der 27-Meter-Klasse und zählt zu den ältesten der Flotte der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Es feiert in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag, 30 Jahre beträgt in etwa die Betriebsdauer dieser Schiffe. Bei einer Tasse Kaffee erzählt der erste Vormann Michael Müller aus dem Alltag der Seenotretter an Bord. Von Astrid Schmidt Wie viele Seenotkreuzer und Rettungsboote fahren eigentlich auf Ostund Nordsee? Zwischen Borkum und Ueckermünde sind 61 Seenotkreuzer und Rettungsboote im Einsatz. 186 fest angestellte und rund 800 ehrenamtlich tätige Seenotretter arbeiten auf 54 Stationen auf den Inseln und entlang der Küsten. Wann kam die „Berlin“ nach Laboe? Die „Berlin“ wurde 1985 in Dienst gestellt und löste als neues Schiff die Theodor Heuss am Standort Laboe ab. Damals begann ein neuer Abschnitt in der Geschichte der Station Laboe der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Das Schiff hatte damals die leistungsfähigste Feuerlöschanlage im Einsatzbereich der gesamten DGzRS-Flotte, Innenminister Karl-Eduard Clausen nahm sie in Betrieb. Weshalb wählte man gerade Laboe aus? Die Entscheidung der Seenotleitung in Bremen für die Stationierung fiel vor allem aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens auf der Kieler Förde. Und dafür ist die „Berlin“ besonders geeignet? Ja, und zwar durch das Tochterbootsystem. Mit unserem Boot „Steppke“, das auf See ausgesetzt werden kann, können wir vor allem dicht an Segelboote in einer Notlage heranfahren. Wie viele Einsätze fallen im Jahr an? Im Schnitt sind das so um die 100 Einsätze, fünf bis zehn Prozent davon sind medizinische Fälle. Gerade erst haben wir ein fünfjähriges Mädchen mit Beinbruch von der Stena-Line geholt und an Land dem Rettungsdienst übergeben. Hauptsächlich sind unsere Einsätze Hilfeleistungen für die Wassersportler. Da fällt bei Sturm einem Segler der Motor aus oder es brennt auf einer Fähre. Auch das Suchen vermisster Personen gehört zu unseren Aufgaben. Wie rüsten Sie sich für solche Einsätze? Zwei- bis dreimal wöchentlich üben wir gemeinsam mit dem Marine-Flieger-Geschwader, auch mit der Wasserschutzpolizei und der Feuerwehr sind wir eng verbunden. Was wünschen Sie sich? Dass unser Schiff uns noch so lange wie möglich erhalten bleibt.
Donnerstag, 26. August 2010Große Gemeinschaft unter dem Kirchendach
Anker-Gottes-Gemeinde Laboe feiert ihr 100-jähriges Bestehen Laboe. Die Anker-Gottes-Kirchengemeinde in Laboe wird in diesem Jahr 100 Jahre alt. Das ist für eine Kirchengemeinde ein vergleichsweise jugendliches Alter. Dennoch wird mit gemeinschaftlichen Aktionen und einem festlichen Gottesdienst am letzten Oktober-Wochenende das Jubiläum gebührend gefeiert. Eigentlich gehörte die kleine Gemeinde Laboe zum Kirchspiel Probsteierhagen. Erst als durch den Hafen und die einsetzende touristische Entwicklung ein Ungleichgewicht zwischen der Muttergemeinde und dem kleinen Fischerdorf entstand, fiel die Entscheidung für die Eigenständigkeit. Doch man wollte die Kirche bewusst klein halten, zog einen engen Ring um das Dorf, so dass keine anderen Orte angeschlossen wurden. 1890 wurde der Friedhof eingerichtet. Und auf der grünen Wiese, dem Gelände des Bauern Göing, entstand das kleine Gotteshaus, in dem Pastorat und Kirche miteinander verbunden waren. Doch einer endgültigen Fertigstellung machte der Erste Weltkrieg einen Strich durch die Rechnung. Ende der 20er Jahre wurde die kleine Kirche noch einmal aufgehübscht. „Der Wunsch nach einer eigenen neuen Kirche hat die Gemeinde immer begleitet“, erzählt Pastor Friedemann Noffke. 1972 war es soweit, die Anker-Gottes-Kirche wurde neben dem alten Gebäude errichtet. „Der Bischof mokierte sich allerdings über den Namen“, verrät Pastor Noffke. Pastor Hoppe hatte die Fertigstellung begleitet und selbst das Kirchenweihlied gedichtet, das noch heute gesungen wird. Hoppe war es auch, der für das Weihnachtsspiel „immer so viele Rollen geschaffen hatte, wie Kinder mitspielten“. Er blies außerdem selbst Tuba und spielte den Geburtstagskindern im Ort ein Ständchen. Unter ihm entstand auch der Kindergarten „Kleiner Anker“. „Er war total beliebt, noch heute werde ich mit Pastor Hoppe angesprochen“, erzählt Noffke von einer prägenden Figur. Doch trotz aller Freude über das neue Haus in seinem modernen, schlicht-nüchternen Stil: Die Laboer hängen an ihrer kleinen alten Kirche, die nun auch im Denkmalbuch des Landes Schleswig-Holstein erwähnt wird. „Die Laboer lieben die neue Kirche nicht so, wie sie es verdient hätte“, schätzt Noffke ein, der im August 1993 sein Amt in Laboe angetreten hatte. Unter seiner Regie erlebte die Laboer Kirchengemeinde einen weiteren Höhepunkt: Nach mehr als zehn Jahren Spendensammeln konnte vor drei Jahren die neue Orgel eingeweiht werden. Kantor Dietwulf Olwig, seit über 40 Jahren in seinem Amt, hatte sich um die Ausgestaltung des Instrumentes gekümmert, das inzwischen aufgrund seiner ungewöhnlich vielfältigen Klangfarben namhafte Musiker nach Laboe zieht. „Wir können natürlich nicht mithalten mit unserer Muttergemeinde Probsteierhagen, die gerade ihren 750. Geburtstag gefeiert hat. Deshalb haben wir bewusst auf einen großen Festakt oder eine Festwoche verzichtet“, erzählt Pastor Noffke. Vielmehr werde man die Gemeinschaft der vielen Gruppen betonen, die sich unter dem Dach der Kirche entwickelt haben. Posaunenchor, Pfadfinder, Gymnastikgruppe, Kindergarten – sie alle werden sich darstellen. Details werden noch geplant, nur der Termin für einen Festgottesdienst am 31. Oktober steht schon fest. asc |
Kalender
SucheKategorienBlog abonnierenVerwaltung des Blogs |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
